Ob an Weser oder Ruhr: Der Amateurfußball hat ein Gewaltproblem!

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Der Bremer Fußballverband (BFV) hatte für das vergangene Wochenende alle Amateur-Spiele abgesagt. Ursache war eine Massenschlägerei, bei der auch ein Messer gezogen wurde. Ja, richtig gelesen! Was geht in einem Menschen vor, der ein Fußballspiel, das nichts anderes als ein reines Freizeitvergnügen sein sollte, dafür missbraucht, um seine ungezügelten Gewaltphantasien auszuleben?

Ähnliches auch in NRW: Im westfälischen Beckum sah sich erst kürzlich wieder ein Schiedsrichter dazu genötigt, bis zum Eintreffen der Polizei Zuflucht in einer Kabine zu suchen. Er hatte zuvor ein Spiel wegen einer Massenschlägerei abbrechen müssen und ist daraufhin bedroht worden. In Witten wurde ein 14-Jähriger Fußballspieler der Gastmannschaft von SV Langendreer 04 von drei Erwachsenen brutal zusammengeschlagen und war danach in ärztlicher Behandlung. Fälle wie diese ereignen sich erschreckenderweise fast jedes Wochenende. In NRW kommt es jedes Jahr zu mehr als 1500 Gewaltvorfällen im Amateurbereich.

Klar ist, diese Art von Gewalt ist nicht mehr normal. Die geschilderten Fälle bilden jedoch nur einen mikroskopisch kleinen Ausschnitt eines gesamtgesellschaftlichen Phänomens, das seit einigen Jahren zu beobachten ist: die Zunahme von Gewaltverbrechen. Messer, Vergewaltigungen, Tötungsdelikte. Ich erinnere mich nicht daran, dass es vor 15 Jahren an fast jedem Wochenende Massenschlägereien bei Fußballspielen gegeben hätte. Oder Clan-Schießereien in Innenstädten. Oder Gruppenvergewaltigungen.

Wenn der organsierte Sport schon zu Spielabsagen wie letztes Wochenende in Bremen greift, läuft etwas gehörig aus dem Ruder. Kein Politiker sollte das noch irgendwie relativieren oder herunterspielen. Jetzt braucht es einen offensiven Umgang damit! Deshalb wurde am vergangenen Dienstag im Sportausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags ein entsprechender AfD-Antrag behandelt. Darin forderten wir die Landesregierung auf:

die Zahlen der Polizeieinsätze im Amateurfußball weiterhin zu erfassen und auszuwerten, statt sie – wie von Innenminister Herbert Reul (CDU) angekündigt – einzustellen

Lagebilder zu Straf- und Gewalttätern in den Amateurligen zu erstellen, damit Risikoeinschätzungen vorgenommen und Präventivmaßnahmen ergriffen werden können

szenekundige Beamte je nach Gefahrenlage auch unterhalb der Profiligen einzusetzen

Gewalttäter im Amateurfußball – auch solche, die lediglich als Zuschauer in Erscheinung treten – in die „Datei Gewalttäter Sport“ aufzunehmen

Lediglich die CDU äußerte sich dazu und gab sinngemäß zu verstehen: Es werde bereits alle Mögliche getan. Ich habe allerdings nicht das Gefühl, dass es seitens der Altparteien die Bereitschaft gibt, Maßnahmen in der notwendigen Härte zu ergreifen, um das Gewaltproblem in nächster Zeit in den Griff zu bekommen.

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